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Michael Niedermoser

Michael Niedermoser Kunsttischlerei und Möbelfabrik

Die Entwicklung der Möbelfabrik Niedermoser dokumentiert anschaulich die Erfolgsgeschichte eines Wiener Einrichtungsunternehmens. Der Firmengründer Michael Niedermoser (1835-1908) stammte aus Salzburg und übernahm um 1860 eine Werkstatt, die er zu einer erfolgreichen Kunsttischlerei und Möbelfabrik ausbaute. Erfolge auf den großen Ausstellungen, darunter die Weltausstellung in Paris im Jahr 1900, bestätigen diese Entwicklung. Er wurde ein Partner für die Architekten, die im Umfeld der Wiener Secession eine zeitgemäße Formensprache, die sich vom eklektizistischen Historismus abwendete, in Wien einführten und moderne Möbel im floralen Jugendstil entwarfen. Niedermosers Sohn, Josef Niedermoser, sowie der Architekt Rudolf Hammel (1862-1937) griffen schon vor der Jahrhundertwende den neuen Stil auf, der durch die Secessionsausstellungen in Wien zu dieser Zeit Aufsehen erregte.

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Viele Möbel scheinen die Sprache von Josef Olbrich zu sprechen, der nicht nur das Secessionsgebäude errichtet hat, sondern auch die Ausstattung mehrerer Ausstellungen im neuen Gebäude entwarf. Die Möbelfabrik Niedermoser zählte zu den Ausstattungsfirmen, die sich „Olbrich’s Kompositionen zurecht legt“, wie Josef Folnesics im Rahmen einer Beschreibung des modernen Wiener Kunstgewerbes im Jahr 1900 bemerkte. (Deutsche Kunst und Dekoration, Bd.5, Darmstadt 1899-1900, S. 256.)

Ausgewählte Literatur:

  • Vera J. Behal, Möbel des Jugendstils, Sammlung des Österreichischen Museums für angewandte Kunst, München 1988, S. 64-65, 212-217.